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Ich weiß nicht mehr…
Warum hab ich früher gedacht, dass es nie regnet?
Denn die Sonne scheint doch strahlenhell, wenn jemand lacht.
Und dass es nur dann Wellen gibt, wenn ein Wal eine Bauchlandung macht.
Dann dachte ich, alle Menschen sind traurig bei Regen.
Und Sonnenuntergänge gibt es nur, um die Welt mit Strahlengold zu belegen.
Ich dachte, ein Komet ist ein Phönix.
Und Sternschnuppen eigentlich Glühwürmchen auf der Autobahn.
Und Löwen in Afrika waren für mich nur lebendiger, laufender Löwenzahn.
Im Herbst glaubte ich, dass kleine Flammen an den Bäumen lodern.
Und Regenbögen entstanden für mich, wenn Graffitysprayer den Himmel erobern.
Wenn ich dann Drachen steigen ließ,
Wünschte ich mir immer, dass der Wind mich und den Drachen wegblies.
Der in der Luft ganz leise knistert
Und mich wegträgt, bis er Wunderwörter wispert.
Für mich war Schnee wie glitzernde Diamantscherben.
Sterne waren Albinosenfkörner und funkelten nur, um den Mond zu umwerben.
Blitze waren Momentaufnahmen von oben.
Donner kam von Engeln auf der Kegelbahn.
Und Bäume waren für mich nicht mehr als Brokkoli mit Größenwahn.
Zuckerwatte bestand für mich aus abgeschossenen rosa Wolken, die jemand um einen Holzstab rollte.
Heute weiß ich nicht mal mehr, warum ich den Wind mit einem Kescher fangen wollte.
Ich weiß nicht mehr, wie Schatten Wandgemälde malen.
Ich weiß nichts mehr von Mondsicheltänzen und Sonnenscheinritualen.
Wenn ich jetzt einen Baum seh, denk ich nur an Toilettenpapier.
Und bei Zuckerwatte ertapp ich mich, wie ich im Kopf Kalorien addier.
Wann hab ich verlernt, wie man den Atem verliert?
Wann hab ich gelernt, wie die Welt funktioniert?
Wann hab ich vergessen, wie der Himmel aussieht?
Wir sehen ihn ja nur, wenn er an verglasten Fenstern vorbeizieht.
Sitzen einbetoniert von Häusermauern,
Haben einleuchtende Erklärungen, die in Büchern wohnen und die Zeit überdauern.
Und für mich ist es jetzt schon zu spät,
Ich hab bessere Geschichten eingetauscht gegen stichhaltige Rationalität.
Ich weiß nicht mehr, warum ich nicht an Drachen glaube,
Ich weiß nicht mehr, warum die Erde manchmal stillsteht,
Ich weiß nicht mehr, wie ich der Sonne Strahlen raube,
Und ich hab vergessen, wie die Wiesen wispern, wenn der Wind durchweht.
Wie konnte ich vergessen, was meine Wirklichkeit war?
Wie konnte ich aufgeben, wie ich die Welt in meinen Augen sah?

Theresa Hahl - “Wie ich groß und die Welt klein wurde” —

disheartens:

today I’m feeling cloudy with a chance of sarcastic 

Too often, the only escape is sleep.

Charles Bukowski (via polaris-azimut)

(Source: henrycharlesbukowski)

Spring :)

Most people do not listen
with the intent
to understand;

they listen
with the intent
to reply.

Stephen Covey (via vvolare) —

"… and I’ll owe it all to you, my little bird." ♪
autumn leaves